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Schweizer Käsefondue

22. Dezember 2014
Fondue moitié-moitié

Fondue moitié-moitié

Die genaue Herkunft des Käsefondues ist unklar. Sowohl die Schweiz als auch Savoyen in Frankreich (wo es als Fondue savoyarde als Landespezialität bekannt ist) erheben den Anspruch auf den Ursprung des Fondues.

Das Fondue soll von Sennen erfunden worden sein. Sie hätten, von der Umwelt abgeschnitten, neue Rezeptvarianten mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Nahrungsmitteln – Käse und Brot – ausprobiert. Eine schöne Legende! 🙂 Wahrscheinlicher tönen für mich Erzählungen, dass Mönche in der Fastenzeit keine feste Nahrung zu sich nehmen durften; durch das Schmelzen von Käse wurde der Hunger gestillt, ohne die Fastenregel zu brechen.

_DSC1256Das Käsefondue als Schweizer Nationalgericht gibt es erst seit den 1950er Jahren – erst mit der Aufnahme des Gerichtes in die Armeekochbücher wurde das Fondue in der ganzen Schweiz bekannt. Die Wehrmänner brachten das Rezept aus dem Militärdienst in die Familien.

Das vermutlich erste Fonduerezept in deutscher Sprache stammt aus dem Kochbuch der Zürcherin Anna Maria Gessner, das sie 1699 schrieb: Thu ein halb glässlin voll wein in ein blatten und die glutpfann und thu geschabten oder zerrinnen feissen alten käss darein und lass ihn im wein kochen, biss er gantz zergangen und man den wein im kusten nit mehr gespürt – 😉 .

Das erste Fertigfondue wurde 1955 von der Firma Zingg AG auf den Markt gebracht. In den 1970er und 1980er Jahren wurde in der Schweiz eine breit angelegte Werbekampagne geführt unter dem Motto „FIGUGEGL“. Dabei handelte es sich um die Abkürzung von «Fondue Isch Guet Und Git E Gueti Luune» («Fondue ist gut und macht gute Laune»). Dabei konnte man in fast jeder Käserei Sets mit Caquelon, Rechaud und Gabeln für eine bescheidene Gebühr mieten. Heute ist dieser Service überflüssig, da in den meisten Schweizer Haushalten ein komplettes Set verfügbar ist.

So auch bei uns, obwohl dieses hier das erste Fondue zu Hause ist – 😉 woran gerüchteweise der Geruch schuld sein soll!

Nachtrag: Ein aktueller Tipp aus Hongkong (von einem Thurgauer, dessen Name nicht genannt werden soll 😉 ): Gemahlenen Kaffee in einer Bratpfanne auf tiefer Stufe rösten und regelmässig wenden. Der resultierende Kaffeegeschmack ist für mich als Kaffeeliebhaber sowieso wundervoll zu riechen und demjenigen von Essig ganz klar vorzuziehen.

_DSC1258Zutaten:
moitié-moitié für 2 Personen

200 gr gut gereiften Greyerzer Käse
200 gr Fribourger Vacherin
2 dl Weisswein
1 gestrichenen TL Maizena (Speisestärke)
1 kleines Glas Kirsch (optional)
2 – 3 Knoblauchzehen
ca. 400 gr Brot
frisch gemahlener Pfeffer und Muskat

Zubereitung:

1. Käse (1/2 Gruyère und 1/2 Vacherin fribourgois) und Wein sollten nicht kalt sein, sondern Zimmertemparatur aufweisen.
2. die Knoblauchzehen vierteln und damit das Caquelon (Käsepfanne) ausreiben und die Stücke im Caquelon lassen
3. den Käse mit der Raffel grob reiben, oder mit einem Messer in kleine Würfel schneiden und zusammen mit dem Wein langsam auf kleiner Flamme etwa 15 bis 20 Minuten im Caquelon auf dem Herd, durch stetes Umrühren, schmelzen lassen
4. ist der Käse vollkommen geschmolzen, die Speisestärke mit dem Zitronensaft im Glas Kirsch (oder etwas Weisswein) verrühren und beigeben
5. unter gleichzeitigem Umrühren weitere 2 Minuten auf hoher Flamme sämig kochen, mit Pfeffer und Muskat abschmecken und anrichten

Anrichten:

Das Caquelon auf den Tisch stellen, am besten auf einen regulierbares Rechaud, indem es langsam weiterköcheln kann (die Käsemasse sollte dabei nicht kochen oder gar sprudeln, nur leicht brodeln). Dazu serviert man Brotwürfel (ca. 2×2 cm). Beim Eintauchen der Brotwürfel in das Fondue sollte die Käsemasse stets etwas weiter umgerührt werden. Dadurch bleibt das Fondue gebunden und sämig bis zum Schluss und verhindert ferner auch das Anbrennen am Caquelonboden. Ich serviere zum Käsefondue einen Weisswein, aber auch ein warmer Tee passt gut.

zum letzten Köse noch ein Ei schlagen

zum letzten Käse noch ein Ei schlagen

From → Rezepte

16 Kommentare
  1. Wie war das bloss mit dem Kirsch?!
    Und: gegen den Käsegeruch im ganzen Haus gibt es hier einen Tipp (und selbstverständlich noch weitere):
    http://maxximus8.blogspot.com/2014/10/fondue-au-fromage.html
    FEL!X ;o)

  2. uaaaaahhhh, ich liebe es! Und könnte mich schon beim Ansehen der Bilder hineinsetzen!
    Bei uns gibt es Hl. Abend Raclette, in diesem Jahr mit Raclettekäse aus dem Kanton Wallis, den mir gestern noch ein Supperclubgast auf der Durchreise direkt aus der Schweiz vorbei gebracht hat. Ach, was freue ich mcih darauf!
    Hab‘ schöne Weihnachten, lieber Andy

  3. Fondue gibt es bei uns das ganze Jahr hindurch 🙂 Wenn mein Bruder im Sommer aus Argentinien zu besuch ist, muss ein Fondue auf den Tisch.

    Unser Hausrezept für 4 Personen:

    – 300 gr. Appenzeller Käse SURCHOIX
    – 300 gr. Appenzeller Käse EXTRA
    – 150 gr. Greyerzer Käse – höhlengereift
    – 100-150 gr. Weichkäse – schön reifer Camembert oder Brie de meaux
    – 3.5 dl Weisswein
    – 4-5 Knoblauchzehen
    – Maizena
    – Kirsch, Muskat, Pfeffer

    Wir mögen das Fondue sehr (sehr sehr) rezent und diese Mischung hat sich seit Jahren bewährt. Der Weichkäse kommt ganz am Schluss dazu. Das gibt der Fondue eine schöne, cremige Konsistenz.. Zusätzlich zum Brot gibt es kleine Kartoffeln und klein gehackte Zwiebeln. In die Zwiebeln taucht man das Brot/Kartoffeln nachdem die Gabel im Caquelon war. Lecker lecker.

    Als nächstes probiere ich mal ein reines Appenzeller Käse Fondue.

    Schöne Weihnachtszeit Andy.

    Gruss Yves

    PS. An Weihnachten gibt es zuerst bei den Schwiegereltern das alljährliche, grässliche Chinoise Zeugs und am nächsten Tag bei meinen Eltern wird typisch französisch gefeiert. Mit Austern und allem was sonst noch dazu gehört. Als Dessert dann die obligate Bûche de Noël. Die Fondue gibt es dann Neujahr!

  4. Ich setz mich neben Astrid in den Topf 🙂

  5. @FEL!X: Wie, willst Du ein grosses Glas Kirsch? 😉
    @Astrid: Soll ich dann die Hitze etwas reduzieren? 😉 Danke, Dir auch!
    @Yves: Was? Bloss eine Knoblauchzehe pro Person? 😉
    @Susanne: Macht’s Euch gemütlich 🙂

    • Kirsch: ja klar! Einerseits um zwischendurch ein bisschen daran zu nippen, aber vor allem, um ab und zu einen Brotwürfel leicht zu tränken und schliesslich in die Käsemasse zu tauchen…
      (deshalb bevorzuge ich statt Weisswein heissen Tee zum Fondue!)

  6. Wenn da noch ein Plätzchen im Topf frei wäre? 😉 Bei uns gibt es Hl. Abend tatsächlich auch Raclette, scheint eine Retro-Bewegung im Gang zu sein. Ich wünsche dir und der besten Ehefrau auf jeden Fall schöne und entspannte Feiertage!
    Liebe Grüße aus Hamburg,
    Eva

  7. Jawohl! Endlich mal einer, der die Sache mit dem Ei am Schluss versteht 😉

  8. Danke für die Recherche!
    Ich nähme gerne auch noch Platz 🙂
    Ade Guido

  9. @Eva: Jetzt müssten wir vielleicht doch das grosse Caquelon nehmen – danke, Euch auch!
    @Marco: Endlich einer der alles bis zum Ende liest 😉
    @Guido: Ja, aber das Boot der Topf ist voll 😉

  10. Ja, nimm bitte den grössten Caquelon, den du finden kannst und für Felix und mich bitte einen grossen Kirsch – ohne den gehts gar nicht 😉

  11. @Schnapsnasen 😉 : Da sag ich bloss – na dann Prost 🙂

    • Basler Dybli permalink

      Wie war jetzt das noch mit dem Glashaus und den Steinen … ?
      Ich sehe der Kreis schliesst sich auch dieses Mal. 😀
      Ich wünsche den/r „Club-Teilnehmer/in“ frohe Festtage und einen guten Rutsch !

  12. Das ist ein richtig schönes Weihnachtsessen, das es bei uns viel zu selten gibt.

    Frohe Weihnachten wünsche ich, liebe Andy!

  13. das mußte ich leider wegen Unverträglichkeit von meinem Speiseplan streichen- eine echte Strafe!

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