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Alles andere ist Beilage

14. November 2017

Der Spruch ist legendär (und Geschichte) … so wie Giacobbo/Müller 😉

Ihr habt richtig geraten, hier geht um Fleisch, Schweizer Fleisch.

Ist es besser als Ausländisches? Was ist anders? Und warum? Denn der neue Slogan lautet: Der feine Unterschied!

Diese und andere Fragen hat uns Proviande, die Branchenorganisation, an einem kühlgrauen Novembertag auf dem Luderhof im bernischen Kirchberg zu beantwortet. Dass dabei nicht nur Vertreter von Proviande/SchweizerFleisch, UFA AG (Futtermittel), Schweiz. Bauernverband und Bundesamt für Lebensmittel und Veterinärwesen, sondern auch ein Vertreter des Schweizer Tierschutzes zu Wort kamen, fand ich zwar überraschend, aber dem Versprechen nach Transparenz gegenüber auch konsequent.

der Luderhof bei Kirchberg BE

Ich versuche im Folgenden, das Gehörte und Gesehene für euch zusammenzufassen. Denn das Thema ist enorm komplex!

Wir Konsumenten (Veganer ausgeschlossen 😉 ) legen grundsätzlich Wert darauf, dass Tiere die wir essen, mindestens den Gesetzen genügend aufgezogen und geschlachtet werden (ich hoffe sehr, dieses Minimum genügt meinen Lesern nicht!). Wir sind froh, hat der Bund Programme initiiert wie RAUS (regemässiger Auslauf im Freien) und BTS (besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme). Wir möchten aber noch mehr und greifen deshalb am Liebsten zu Produkten, die mit einem Label garantieren, dass dem Tierwohl ein noch höherer Stellenwert beigemessen wird, was sich, da sind wir wiederum egoistisch unterwegs, in besserem Geschmack niederschlägt.

Mastmunis auf dem Luderhof (vorbildlich gehalten nach RAUS und BTS)

Diese Labels haben Namen wie BIOSUISSE, naturafarm oder terrasuisse und wahrscheinlich andere. Für diese Labels sind wir bereit mehr zu bezahlen, weil wir wissen, dass dahinter ein Mehraufwand und Mehrarbeit für die Bauern stecken und dass dadurch die Tiere „anständiger“ gehalten werden.

Ich bin ja nicht missionarisch unterwegs, aber mir liegt am Herzen, dem Lokalen, Regionalen und Schweizerischen den Vorzug zu geben. So auch beim Fleisch! Ich mag es, wenn ich höre, dass der Staat Anreizprogramme schafft und Bauern dafür entschädigt, wenn sie weitergehen als es das Tierschutzgesetz verlangt (denn das ist wirklich das bare Minimum!). Ich mag es, dass Schweizer Fleisch ohne gentechnisch verändertes Futter aufgezogen wird. Ich mag es, wenn ich höre, dass viele Nebenprodukte aus der inländischen Lebensmittelverarbeitung (z.B. Raps, Zuckerrüben und auch Getreide) in der Tierernährung landen. Denn Foodwaste ist mir ein Gräuel.

Nach diesem Tag auf dem Luderhof, zu dem Proviande eingeladen hatte, werde ich weiterhin darauf achten, Fleisch beim Fachmann, bzw. Fachfrauen einzukaufen. Fertig abgepacktes Fleisch gibt es nur in absoluten Notfällen. Ich gebe lieber etwas mehr Geld aus, dafür ist mein Fleisch mit einem Label ausgestattet, das mir garantiert, dass die Tiere nicht aus einem Grossmastbetrieb stammen. Und ich werde auch weiterhin nicht jeden Tag Fleisch essen, aber die Abwechslung geniessen, die ich als Flexitarier habe.

wäre ich Rind, ich möchte bei dieser Gruppe sein

Bevor ihr also nächstes Mal brasilianische Rindshuft zum halben Preis oder mit Antibiotika gefüttertes US Beef kauft, haltet inne … und überlegt es euch gut 😀

(Sponsoring) Ich bedanke mich bei Proviande, der Farner Consulting AG und den Mitarbeitern vom Luderhof, die diesen Tag organisiert und zu diesem Anlass Medienvertreter und BloggerInnen eingeladen haben.

Mehr zu Haltung und Fütterung auf der Webseite von Schweizerfleisch

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7 Kommentare
  1. Sylvana permalink

    Boah! Wie ein richtiger journi! Ok, nehme es mir zu herzen

  2. Wäre ich ein Rind möchte ich auch keine Ohrenmarken tragen. Aber die Bilder sind wunderschön. Tiere sollen so leben dürfen.

  3. Antonia Riva permalink

    AMEN ! danke für die schöne Info 🌺

  4. Ein wichtiges Thema! Fleisch oder sogar Labelfleisch, aus der Schweiz ist sicher besser als importiertes Fleisch. Wichtig ist einfach, dass man auch schaut woher das Futter der Tiere stammt. Wir essen deshalb gerne Rindfleisch von Weiderindern. In Schweinefleisch und Poulet steckt, auch bei Bio, viel importiertes Futter drin.

  5. Das ist uns auch sehr wichtig, wenn Fleisch dann aus der Schweiz. Das Weideschwein von unseren Nachbarn, der Damhirsch ebenfalls aus dem Dorf und Kalb/Rind von der vertrauenswürdigen Metzgerei.

  6. Bea permalink

    Herr Ritter, Präsident vom Schweizerischen Bauernverband, moniert, dass der Kunde an der Theke inzwischen zwar bereit sei, für Label-Fleisch mehr zu bezahlen, doch der Grossteil daraus Brasilien und Argentinien importierten Filets und Steaks werde in der Gastronomie verbraucht. Fragen wir denn am Zmittag in der Beiz, woher das Fleisch des Burgers stamme, und wenn wir keine Antwort bekommen, nehmen wir halt den Gemüseteller, natürlich nicht den mit dem importierten Gemüse aus Spanien und Marokko?
    Gruss Bea

  7. @Sylvana: Das wäre schön – merci 🙂
    @Tom: Danke für das Kompliment …
    @Antonia: … und für die Blumen!
    @Ilona: Du hast schon Recht, aber der allerallergrösste Teil der Konsumenten mag sich nicht auch noch beim Fleischeinkauf darum kümmern, was die Tiere gegessen haben. Diesen Teil würde ich gerne den Produzenten delegieren, aber diese sollten es entsprechend sauber deklarieren!
    @Sandra: Weideschwein vom Nachbarn? Da haben es beide Seiten gut 😀
    @Bea: Eine heikle Gratwanderung für viele Gastronomen. Es wäre schön, wenn sich beide Seiten ihrer Verantwortung bewusst wären und sich gegenseitig annähern könnten! Nur die Marge im Kopf zu haben ist ebenso falsch, wie den Kopf in den Sand zu stecken und ein billiges Menü zu verlangen.

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