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Sauerteig Brot

16. August 2020

Ich weiss genau, was ihr jetzt denkt! Jetzt kommt auch Andy noch wie die alte Fasnacht und will uns überzeugen, selber Brot zu backen. Und zu allem Überfluss noch mit Sauerteig … 😉

Ich zwinge niemanden, … ABER … es lohnt sich eben doch!

Nach Claudios Artikel war ich ja schon vor zwei Jahren angefixt und habe versucht, die Livieto Madre, aka Mutterhefe, selbst zu starten. Einen alten schrumpligen Bio Apfel (voll mit natürlichen Hefebakterien) in Wasser ein paar Tage gären lassen, Wasser und Mehl mischen … und das fröhliche Geblubbere würde zum unglaublichsten Brot führen. Denkste, so einfach, wie ich mir das vorgestellt hatte, war es dann eben doch nicht. Drei misslungene Versuche später (die beste Ehefrau von allen war nicht unglücklich, dass dieses lebende Ding nicht in unserem Kühlschrank Einzug hielt) gab ich auf. Vorerst.

Dann kam der Corona Lockdown und auf allen Social Media Kanälen poppten Bilder von den unglaublichsten Sauerteig Köstlichkeiten auf. Unter anderem bei @_c4rmen_. Als ich ihren Insta Post mit geifernden Emojis kommentierte, hatte sie sofort Erbarmen und kam vorbei und wir tauschten Sauerteigbrot gegen Aprikosen Konfitüre. Und als kleine Beigabe gab es ihre Livieto Madre namens Quarantina. Das war im April … und sie lebt seither friedlich in ihrem Glas im Kühlschrank, wird wöchentlich gefüttert und dankt es mit herrlichem Brot.

Ich sage WAGT ES! und so ganz daneben sind meine Empfehlungen ja nicht (wie ihr hoffentlich wisst 😉 )

Zutaten:

50 – 100 gr Livieto Madre (meine heisst (Quaran-)Tina)
375 gr warmes Wasser
500 gr Mehl (ich: Burenmehl dunkel von der Altbachmühle)
ca. 12 gr Salz

Zubereitung:

am Vorabend
1. Livieto Madre und Wasser miteinander verrühren, dann das Mehl und das Salz untermischen – mit einem feuchten Tuch abdecken und 30 Minuten ruhen lassen
2. von oben (hinten) unter den Teig greifen und nach oben und in die Mitte ziehen (stretch and fold 🙂 Videoanleitung). Wieder 30 Minuten ruhen lassen und das Ganze noch zwei weitere Male wiederholen (falls die Zeit vorhanden ist)
3. den Teig, mit einem feuchten Tuch bedeckt, über Nacht bei Zimmertemperatur, d.h. ca. 21° C gären lassen (1. Gärung). Der Teig sollte sich in etwa 8 – 10 Stunden im Volumen verdoppeln (je wärmer, je schneller)
am Morgen
4. den Teig auf eine bemehlte Fläche geben und wieder von allen vier Seiten zur Mitte falten und mit der Nahtseite nach unten drehen und 30 Minuten ruhen lassen (das Video hilft, wenn meine Ausführungen allenfalls unklar sind)
5. eine Schüssel (oder ein Brotkorb) mit einem Tuch auslegen und gut mit Mehl bestäuben. Den Teig so hineinlegen, dass die Naht immer noch oben ist. Für eine 2. Gärung den Teig nun nochmals 1 Stunde ruhen lassen (oder bis zu 48 Stunden in den Kühlschrank stellen)
6. einen runden oder ovalen Gusseisentopf mit Deckel in den Backofen stellen und diesen auf 260° C vorheizen
7. den Teig aus der Schüssel auf ein Backtrennpapier kippen und die Oberseite mit einer Rasierklinge (oder einem sehr scharfen Messer) einritzen (der Fantasie sind hier wenig Grenzen gesetzt). Dann den Teig in den heissen Gusseisentopf legen – Deckel aufsetzen, die Ofentemperatur auf 230° C senken und 30 Minuten backen
8. den Deckel entfernen, die Temperatur auf 200° C senken und 10 – 15 Minuten weiterbacken. Wer das Brot gerne dunkel mag, nimmt es nach 10 Minuten aus dem Topf und bäckt es auf dem Grillrost fertig (5 – 10 Minuten)
9. herausnehmen und auf einem Rost mindestens 1 Stunde auskühlen lassen und dabei zuhören wie das Brot flüstert und knistert – einmalig
10. erst dann das selbstgebackene Sauerteigbrot anschneiden

WOW 😀

Anleitungen zum Backen finden sich tonnenweise im Netz, meine Favoriten sind Alexandra und natürlich Claudio

From → Rezepte

4 Kommentare
  1. Ja, es gibt ein Leben vor dem Sauerteigbrotbacken und eines danach 😀
    Und das ist auch gut so!!

  2. @Carmen: Meine Worte 😀

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