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Spaghetti mit Brösmeli

Dieses Rezept ist so simpel … und sooo fein 🙂

ABER, damit der Genuss so gross wird, wie Christian Seiler in seiner Kolumne im „Das Magazin“ verspricht, empfehle ich folgende zwei Dinge zu beachten:

– die Brösel unbedingt selber herstellen (zwei oder drei Scheiben altbackenes Brot, komplett austrocknen lassen und im Mixer zu Paniermehl verarbeiten
– Sardellenfilet bester Qualität verwenden

Der Rest ist ein Kinderspiel! Womit ich auch den immer wiederkehrenden Wunsch nach einfachen Rezepten mit wenigen Zutaten wieder einmal berücksichtigt hätte  😀

Zutaten:
für 2 Personen

200 gr Spaghetti
Olivenöl extra vergine
3 EL Brösel
3 Sardellenfilets
1 kleine Knoblauchzehe
1/2 Bund Petersilie

Zubereitung:

1. Sardellen, Knoblauch und Petersilie fein hacken und mischen
2. 2 EL Olivenöl erhitzen und die Brösel darin anrösten, die Hitze reduzieren und die Sardellen-Knoblauch-Petersilien-Mischung einrühren
3. die al dente gekochten Spaghetti in der Mischung wenden

Kennt ihr …

… die Language Nerds?

Wir haben sie auf Instagram entdeckt (@_c4rmen_ sei gedankt) und finden da immer wieder tolle Wortspielereien. Meist in Englisch, aber nicht nur.

Als kleines Beispiel:

Wobei die Neun ja gleich der Aufhänger für den heutigen Tag ist. Es ist nämlich genau neun Jahre her, seit dieser kleine Foodblog das Licht der Welt erblickt hat. Also feiere ich heute den 9. Blog Geburtstag

Wobei das mit dem Feiern zur Zeit ja ein ganz anderes Thema ist. Ich könnte zwar seit Montag wieder 9 Gäste bewirten, aber das liegt bei uns abstandsmässig nicht drin und die zwei-Haushalte-Empfehlung würde auch verletzt. Wettbewerbe habe ich in der Vergangenheit mehrfach veranstaltet, nicht immer mit durchschlagendem Erfolg 😉

Aber falls jemand von euch treuen Lesern trotzdem ein bisschen mitfeiern, bzw. mitfiebern möchte, habe ich mir Folgendes ausgedacht. Sagt mir doch einfach mal, was ich denn für euch kochen und anrichten darf. Werft mir ein Gericht an den Kopf, welches hier im Blog noch fehlt, oder schickt mir ein Rezept, das meinem Blog gut anstehen würde. Sollten nur drei Vorschläge kommen, verspreche ich, alles zu kochen. Kommen neun, vermutlich ebenfalls 😉

Sollten es wider Erwarten deutlich mehr sein, darf die beste Ehefrau von allen mitentscheiden, worauf sie Lust hat.

Gibt es übrigens noch jemanden, der dem Blog seit seinen wackligen Anfängen 2012 folgt?

Ich bin gespannt. Vor allem aber bedanke ich mich bei allen die hier mitlesen und hoffentlich ab und zu mit- bzw. nachkochen.

Ich erhebe mein Glas auf euch: CHEERS und DANKE 🥂🎂🎉🎈

Ofengemüse mit Dips

Einfacher gehts kaum. Gemüse rüsten, mit Olivenöl benetzen, würzen und für eine halbe Stunde in den Ofen. In der Zeit die Dips (oder noch einfacher, den Dip) herstellen und 1 2 3, dem gesunden Genuss mit reinstem (vegetarischen) Gewissen steht nichts mehr im Wege.

So ein geschmortes Gemüse passt auch noch wunderbar zum aktuellen Huddelwetter. Aber ich habe es ja schon hier gesagt, wir werden es büssen … voilà!

Zutaten:
für 2 Personen

2 Rüebli
2 Pastinaken
ein paar Kartoffeln (festkochend), geschält (… oder auch nicht)
1 Peperoni (gelb oder rot), entkernt
1 Zwiebel
Olivenöl
Salz und Pfeffer aus der Mühle

Dips
1/2 griechisches Joghurt
1 kleine Knoblauchzehe
2 EL Meerrettich Frischkäse
Salz und Pfeffer

und
1/2 griechisches Joghurt
Kräuter nach Belieben
ich: Petersilie und je ein wenig Schnittlauch und Rosmarin)
1 EL Rahm
ein Spritzer Limettensaft
ein wenig Mittelmeergewürzmischung
Salz und Pfeffer

Zubereitung:

1. den Ofen auf 220° C vorheizen. Die Gemüse in mundgerechte Stücke schneiden, im Olivenöl wenden und mit Salz und Pfeffer würzen
2. im Ofen etwa ein halbe Stunde rösten
3. für die Dips die Zutaten gut verrühren und dann nochmals abschmecken

Coq au vin

Kokowääh 🙂 Wer erinnert sich an den herrlichen Film mit der zuckersüssen Tochter Til Schweigers?

Coq au vin, also Hahn im Wein, ist natürlich nicht zuckersüss, aber dafür Soulfood vom Feinsten. Ausserdem ein wahrer Klassiker. Womit auch schon angetönt wäre, dass die Herstellung nicht gerade ratzfatz geschieht. Es braucht etwas Zeit, aber die haben wir ja zur Zeit 😉

Und das Resultat ist derart überzeugend, dass selber schuld ist, wer sich von ein bisschen Aufwand abscheuen lässt.

Franzosen würden gerüchteweise die Nase rümpfen, wenn ihnen dieses Gericht nicht mit Baguette serviert würde, aber für mich gibt es nebst Kartoffelstock höchstens noch breite Nudeln oder ev. noch Polenta. Aber natürlich jedem/r wie er/sie will, n’est ce pas?

Zutaten:
für 4 Personen

je 4 (Bio bitte) Poulet Unter- und Oberschenkel
oder ein ganzes Poulet in Stücken
oder noch orginaler ein ganzer Hahn
2 Stangen Sellerie
2 Rüebli
1 grosse Zwiebel
2 Flaschen Rotwein
ein paar Gewürznelken
ein paar Pimentkörner (optional)
etwas Lorbeer, etwas Thymian
Butter und Olivenöl
Salz und Pfeffer
200 gr braune Champignons
100 gr Speckwürfeli
12 Perlzwiebeln (kleine Saucenzwiebeln)
1/2 EL Zucker
25 gr Butter

Zubereitung:

1. am Vortag etwa 1,2 Liter vom Wein kurz aufkochen und anzünden (damit der Alkohol verbrennt, denn dieser würde das Fleisch „gerben“, aber das wollen wir nicht). Sobald der Weinn nicht mehr brennt, die Pfanne vom Herd ziehen, Gemüse und Gewürze dazugeben, 10 Minuten ziehen lassen und dann schnell abkühlen. Den Hahn, bzw. die Hühnerstücke in die Marinade legen und zugedeckt im Kühlschrank 24 Stunden marinieren lassen
2. das Huhn aus der Marinade nehmen und trocken tupfen. Die Marinade durch ein Sieb in einen Topf giessen und langsam zum Sieden bringen. Den aufsteigenden Schaum immer wieder abschöpfen und wenn dieses Verunreinigungen beseitigt sind, nochmals durch ein sehr feines Sieb in einen sauberen Topf giessen
3. in einem Gusseisen Bräter (oder sonstigen Schmortopf) etwas Olivenöl und etwas Butter erhitzen und die Hühnerstücke allseitig möglichst gleichmässig bräunen – herausnehmen
4. das Gemüse von der Marinade in den Bräter geben und etwa 10 Minuten anschwitzen, bis alles leicht gebräunt ist. Einen EL Mehl darüberstäuben und alles gut vermischen. Die Marinade dazugiessen und aufkochen. Die Hühnerstücke wieder dazugeben und im auf 140° C vorgeheizten Ofen 1,5 bis 2 Stunden schmoren (Huhn ist schneller gar wie Hahn)
5. in der Zwischenzeit die Speckwürfel goldbraun rösten, aus der Pfanne heben und auf Küchenpapier abtropfen
6. die Champignons, kleine ganz, grosse halbiert oder geviertelt, im Speckfett rösten und dann ebenfalls herausnehmen und auf Küchenpapier entfetten
7. die Perl- oder Saucenzwiebeln mit dem Zucker, der Butter und einer Prise Salz in ein Saucenpfännchen geben und knapp mit Wasser bedecken. Zum Kochen bringen, die Temperatur zurückstellen und köcheln lassen, bis das Wasser komplett verdunstet ist. Die Zwiebeln sollen goldbraun werden, aber auf keinen Fall anbrennen!). Die Zwiebeln herausgeben und zur Seite stellen
8. den verbleibenden Rotwein (2 – 3 dl von 1.) in das Saucenpfännchen geben, auf kochen und bei hoher Hitze einkochen, bis die Sauce leicht klebrig ist. Ab und zu umrühren und nachher beiseitestellen
9. das Huhn, wenn es gar ist, aus der Sauce nehmen und warmstellen. Die Sauce durch ein Sieb zum eingekochten Rotwein in das Saucenpfännchen geben und nochmals etwas einkochen
10. dann die Hitze abstellen, etwa 1 EL Butter einrühren, Speck, Perlzwiebeln und Champignons dazugeben und über das Huhn giessen

Beim maskierten Küchenchef gefunden, basierend auf einem Rezept von Anthony Bourdain.

Miesmuscheln – Moules

Schon wieder ein Evergreen, den ich schon viel zu lange nicht mehr auf dem Radar hatte. Es ist natürlich auf der einen Seite verständlich, denn Muscheln gehören nicht zu den lokalen Spezialitäten in Zürich. Und „farm to table“ kann ja an einem Foodblogger nicht spurlos vorbeigehen. Aber wenn der Fischhändler des Vertrauens schwärmt „sie sind eben gerade hereingekommen“, dann springe ich auch mal über meinen Schatten 😉

Zu beachten bei Muscheln ist höchstens, dass man sie nicht überkochen darf. Sobald alle Muscheln offen sind, darf man davon ausgehen, dass sie auch schon genussbereit sind. Dass man diejenigen Muscheln wegwerfen soll, welche sich nicht öffnen, sollte allgemein bekannt sein.

Übrigens, Miesmuscheln haben nichts mit dem Gemütszustand „mies“ auf sich. Ihr Name leitet sich aus dem mittelhochdeutschen Namen für Moos ab und ist auf ihren Lebensbereich zurückzuführen, der stark an eine mit Moos umgebene grüne Fläche erinnert.

Zutaten:
für 4 Personen als Vorspeise

1,6 kg Miesmuscheln
100 gr Gemüse (1/4 Stangensellerie, 3/4 Cherry Tomaten, beides kleingeschnitten)
1 Zwiebel, gehackt
1 Knoblauchzehe, gehackt
1 dl Fischfond (oder Hühnerfond)
1 dl Weisswein
2 EL Olivenöl
wenig Rahm
glatte Petersilie, fein gehackt
Salz und Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

1. die Muscheln unter fliessendem Kaltwasser abspülen und putzen (den Bart entfernen)
2. Zwiebel und Knoblauch im Olivenöl andünsten. Gemüse zugeben und mitdünsten. Die Hitze erhöhen und Muscheln in den Topf geben. Alles sorgfältig vermengen. Mit Weisswein ablöschen
3. Fischfond dazuleerenund zugedeckt bei reduzierter Hitze ein paar Minuten dämpfen. Den Rahm und die Kräuter zugeben und abschmecken

Mit frischem Baguette servieren. Ein Genuss 😀