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8. Blog Geburtstag

Das tut weh! Wenn man seinem Kind erklären muss, dass es wegen der aktuellen Corona Krise keine Geburtstagsfeier geben kann.

Und so ging also gestern der 8. Geburtstag des kleinen lieberlecker (Blogs) ganz ohne die sonst üblichen Feierlichkeiten über die Bühne 😉

Die beste Ehefrau von allen und ich als stolzer Vater waren die einzigen, die ihm persönlich gratulieren konnten. Wir haben dies mit umso mehr Liebe (und erhobenem Glas) getan. Wir musstem ihm natürlich versprechen, dass nächstes Jahr alles anders, also besser, wird.

Aber während andere vielleicht mit postnatalen Schwierigkeiten kämpfen (ist alles gut mit Ferdinand?), habe ich das Glück, dass mein Achtjähriger schon Anzeichen von Vernunft zeigt. Er hat seine Mini Geburtstagsfeier mit grosser Fassung getragen und mich sogar gebeten, den Leserinnen und Lesern folgendes mitzuteilen:

Ich danke euch allen für für die Treue, die Unterstützung, die Kommentare und unbekannterweise auch für das fleissige Nachkochen. Ich werde auch im kommenden Jahr brav und fleissig sein und versuchen euch nicht zu enttäuschen.

Weniger vernünftig war, wie er sich dann, in Abwesenheit von Geburtstagsgästen, auf die Kaffee-Pekan-Madeleines gestürzt hat. Aber die wären auch bei euch ratzfatz weg – versprochen! 😉

Boeuf Bourgignon

Samstag Nachmittag, in zwei Stunden treffen unsere Gäste ein (ja, das war natürlich vor #SocialDistancing #stayhome #corona !). In der Küche „fluche“ ich leise vor mich hin, denn ich finde die Petersilie nicht. Ich bin sicher, ich habe davon gekauft …

„Scha_haatz. könntest Du mir bitte einen Gefallen“ … (oder im Original: „Schätzlii … ichbitotalimSeich … chönntschnödnoschnällgo“ …).

Die klassische Reaktion darauf, „sicher nicht!“

Aber als beste Ehefrau von allen hat sie ja die Fähigkeit, nebst vielen anderen, zu erkennen, wann etwas wichtig ist für mich. Deshalb ist sie eine halbe Stunde später zurück. Allerdings war mein Auftrag offenbar nicht klar genug, denn sie bringt die falsche Petersilie!

Ihr habt bestimmt auch das Bild angeschaut und dabei gedacht, oh mein Gott, wer kauft denn heute noch krause Petersilie, das ist ja sowas von 80er 😉

Das waren Probleme, die wir vor Corona hatten. Mittlerweile hat sich das doch enorm relativiert und unsere Prioritäten haben sich verschoben. Jetzt wäre ich froh und dankbar, wenn wir überhaupt Gäste haben dürften. Aber das wird wieder. Wenn sich alle an die Regeln halten (#SocialDistancing #stayhome), desto schneller!

Übrigens, seid ihr bloss zu zweit, oder gar alleine? Dann ist dies ist ein exzellentes Rezept, um zuviel zu Kochen und dann zwei Tage später nochmals eine Portion davon aufzuwärmen (Schmorgerichte schmecken aufgewärmt noch besser). Oder wenn ihr noch Platz im Tiefkühler habt … !

Zutaten:
für 6 – 8 Personen

1,5 kg Rindfleisch
Rapsöl
2 Rüebli
2 Zwiebeln
1/2 Knollensellerie
1 EL Mehl
1 Flasche guten Rotwein (Burgunder?)
4 dl Rinderfond
50 gr Tomatenmark
1 Bouquet garni (2 Lorbeerblätter, 3 Stängel Thymian, 3 Stängel Petersilie, 1 Stück Orangenschale)
3 Karotten, in Stäbchen geschnitten
300 gr Perlzwiebeln
1 TL Zucker
300 gr kleine braune Champignons, halbiert
30 gr Butter
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
glatte Petersilie, gehackt

Zubereitung:

1. Backofen auf 120°C vorheizen
2. das Fleisch in heissem Rapsöl allseitig anbraten und etwas Farbe nehmen lassen, herausnehmen
3. das grob geschnittene Gemüse im selben Topf anrösten, Tomatenmark dazugeben, weiterrösten, etwas Wein beifügen, einkochen lassen, nochmals etwas Wein dazu, nochmals einköcheln lassen
4. Fleisch und Bouquet garni ebenfalls in den Topf geben, mit dem Mehl bestäuben und mit dem restlichen Rotwein ablöschen, Fond dazugiessen und für 3 Stunden im Ofen schmoren, ab und zu umrühren
5. nach 2 1/2 Stunden die Garnitur vorbereiten: Den Speck in Streifen schneiden und knusprig braten, die Perlzwiebeln im Speckfett braten und Farbe nehmen lassen, die Champignons in Butter braten, auch sie dürfen leicht bräunen, die Rüeblistäbchen in wenig Butter (oder ebenfalls im Speckfett) schmoren lassen
6. das Fleisch herausnehmen, die Sauce passieren und mit den Garnituren zusammen wieder im Bräter für eine weitere Viertelstunde in den Ofen geben
7. mit Petersilie bestreut servieren

Bon Appetit und bleibt gesund! 😀

Bärlauchsuppe

Liebe Frau Frühling,

ach wie schön, dass Sie wieder da sind. Wir haben Sie schon sehr vermisst. Haben Sie wieder Ihre freundlichen Temperaturen mitgebracht? Und auch wieder etwas Sonne im Gepäck? Das ist schön … weil, unter uns gesagt, Ihr Kollege, der Herr Winter … also, wie soll ich sagen? Na ja, er ist einfach nicht mehr derselbe. Früher, da war das ja mal ein kräftiger Bursche. Aber in letzter Zeit schwächelt er so unangenehm. Vergisst seinen Schnee mitzubringen und von der Kälte ganz zu schweigen! Wissen Sie noch, anno 1963, GEFRORENER Zürichsee … das waren noch Zeiten! Meinen Sie es liegt an seinem Alter, möglich wäre es ja, oder nicht?

Aber jetzt sind Sie ja da und übernehmen. Frisches Gemüse, zarte Triebe, etwas mehr Farbe, Wärme und hoffentlich auch Sonne. Sie dürfen uns nicht enttäuschen, gell, wir zählen auf Sie!

Also seien Sie herzlich willkommen 😀

PS. Herr Winter, Sie waren diesmal nett mit uns Städtern und haben uns von Matsch und Eis verschont. Nicht so nett finden wir dieses liegengelassene Corona Theil. Nehmen Sie das doch auch gleich mit, wir haben dafür wirklich keine Verwendung!
PPS. Auch nächsten Winter nicht!

Zutaten:
für 4 Personen

Grundsuppe
5 dl Geflügel- oder Gemüsebouillon
2 Schalotten, gehackt
1 Frühlingszwiebel, gehackt
1 Stück Lauch, weisser Teil, grob geschnitten
20 gr Butter
100 gr Knollensellerie, geschält und gestückelt
1 Sellerie Stängel, gestückelt
1 kleine Knoblauchzehe, gehackt
1 Lorbeerblatt
geriebene Muskatnuss
2 dl Rahm
Salz und Pfeffer

120 gr Bärlauch
0,8 dl Olivenöl
Salz

Zubereitung:

1. Schalotten, Frühlingszwiebel und Lauch in der Pfanne mit Butter anschwitzen. Knollen- und Stangensellerie beigeben und mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und dem Lorbeerblatt anrösten
2. mit Rahm ablöschen und mit Bouillon auffüllen. 30 Minuten leicht köcheln lassen und danach fein mixen und passieren
3. 80 gr Bärlauch gut waschen und abtropfen lassen. Anschliessend mit Öl mixen und mit Salz würzen
4. 40 gr Bärlauch blanchieren (einige Blätter zur Seite legen und fein schneiden = Deko)
5. den Bärlauch unter die Suppe mixen, in heissen Tellern mit gehacktem Bärlauch und einem Faden Olivenöl anrichten

Nachtrag: Ich stand gestern um 12.30 h, zusammen mit der besten Ehefrau von allen, auf unserer Terrasse und wir haben dem unermüdlichen Einsatz leistenden Gesundheitspersonal einen herzlichen Applaus gespendet. Wir waren nicht die Einzigen! DANKE!

Epoisses Crème brûlée

Wenn ich dieser Tage shoppen gehe und mir die leeren Dosen und Büchsen Regale anschaue, fürchte ich, dass Einige in den nächsten Monaten nicht so frisch essen werden, wie sie könnten. Aber ich hoffe, dass die Hamsterkäufe wenigstens nicht als Foodwaste enden!

Diese würzige Käse Crème brûlée stammt aus der Feder der unvergleichlichen Tanja Grandits und schmeckt hervorragend.

Allerdings muss ich zugeben, ein Rezept für 6 Personen ist in der aktuellen Krise wohl etwas unpassend, Stichwort soschel dischdänzing, ihr wisst, was ich meine. Also einfach vormerken für die erste grosse Einladung danach. Wenn wir das Leben und die Freundschaften wieder zelebrieren dürfen.

Und das werden wir, ich garantiere es! 😀

Aber bis es soweit ist, seid bitte alle solidarisch und haltet euch an die BAG Empfehlungen. Wenn wir uns alle daran halten, geht die Krise schneller und mit weniger langfristigen Folgen vorbei!

Zutaten:
für 6 Personen

250 gr Epoisses
1,9 dl Rahm
0,7 dl Milch
4 Blatt Gelatine, in kaltem Wasser eingeweicht
2 kleine Eier
0,5 dl Weisswein
1 Prise Fleur de Sel
3 Kapseln Kardamom
1 Messerspitze Zimt
1 Sternanis
12 Körner Szechuanpfeffer
Mark einer Vanilleschote
80 gr braunen Zucker

Zubereitung:

1. Rahm und Milch aufkochen und den Epoisses-Käse gründlich darin schmelzen lassen
2. die eingeweichte Gelatine gut ausdrücken und in der warmen (nicht heissen) Epoisse-Milch auflösen
3. die Eier mit dem Weisswein unterrühren, mit Fleur de Sel abschmecken und alles durch ein Sieb geben (es soll keine Klümpchen in der Masse haben)
4. die Creme in kleine Schalen füllen, mit Frischhaltefolie bedecken
5. den Backofen auf 90° C Umluft vorheizen und die Schalen im Wasserbad 40 Minuten garen – auskühlen lassen und dann kalt stellen, aber zwei Stunden vor Gebrauch aus dem Kühlschrank nehmen
6. für die Gewürzkruste den Kardamom, Sternanis und Szechuanpfeffer fein mörsern. Gemahlenen Zimt und das Mark einer Vanilleschote zugeben und mit dem braunen Zucker gründlich mischen
7. den Gewürzzucker und auf die Epoisse-Crème streuen und mit dem Bunsenbrenner goldbraun karamellisieren und sofort servieren

Entenbrust mit karamellisiertem Chicorée

Wenn ich in der Vergangenheit während der Rushhour in einem Bahnhof stand, musste ich oft an Loriot denken: Ja wo laufen sie denn, wo laufen sie denn?

Das hat nun ein jähes Ende gefunden. Behördlich verhängte Entschleunigung sozusagen. Für den Einen oder Anderen vielleicht eine Gelegenheit über sein eigenes Hamsterrad nachzudenken.

Die Zwangsmassnahmen sind unbedingt nötig, aber tragisch für Restaurants und andere Geschäfte, die ohne Umsatz nicht überleben können. Hoffentlich nützen sie und zwar rasch.

Bis es soweit ist, helfen wir bitte alle mit, die Weiterverbreitung des Virus zu stoppen. Wir halten die social distancing Regeln ein, kapseln uns aber nicht ab, sondern helfen anderen, wo wir können. Es ist nicht die Zeit egoistisch zu werden, sondern solidarisch. Und dazu gehört, die Läden nicht leerzukaufen – BITTE!

Dafür solltet ihr zwischendurch etwas Feines essen, das tut dem Körper und der Seele gut 😀

Zutaten:
für 4 Personen

2 Entenbrüste (ich: Ribelmais)
Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Gratin
400 gr Kartoffeln, mehlig kochend
1 Knoblauchzehe
3 dl Milch
2 dl Doppelrahm
Muskatnuss
Salz und Pfeffer

Chicorée
2 weisse Chicorée
1 EL Soja Sauce
1 dl Orangensaft
50 gr Butter
Zucker

Rotweinsauce
1 Schalotte
1 Rüebli
1 Stück Lauch, weiss
1 Sellerie Stängel
1 Knoblauchzehe
1 Zweig Rosmarin
1 Zweig Thymian
1 Lorbeerblatt
0,2 dl Rotwein
0,5 dl Rotweinessig
1 dl Portwein, rot
5 dl Hühnerfond
Olivenöl

Zubereitung:

1. die Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben hobeln, in kaltem Wasser aufbewahren
2. Milch, Rahm, geriebene Muskatnuss und Knoblauch mit etwas Salz und Pfeffer aufkochen und dann zur Seite stellen
3. den Backofen auf 160° Cvorheizen. Die Kartoffeln abgiessen und in eine passende, mit Backtrennpapier ausgekleidete Form schichten. Mit der Milchmischung übergiessen, so dass die Kartoffeln knapp bedeckt sind. ca. 45 Minuten goldbraun backen
4. für die Sauce etwas Öl in einer kräftig erhitzen, Schalotten, Rüebli, Lauch, Knoblauch und Sellerie darin braun rösten
5. Thymian, Rosmarin, Port, Wein und Essig zufügen und auf kleiner Flamme reduzieren bis nur noch wenig Flüssigkeit übrig ist
6. den Hühnerfond zufügen, auf die Hälfte einkochen, durch ein feines Sieb giessen und bis zur gewünschten Konsistenz weiter einkochen
7. vom Chicorée die äussersten Blätter entfernen, längs halbieren, die Schnittflächen mit Zucker bestreuen und in einer heissen beschichteten Pfanne karamellisieren
8. Sojasauce, Orangensaft und Butter zufügen und den Chicorée zugedeckt in ca. 6 Minuten weichschmoren. Zwischendurch mit der Flüssigkeit begiessen
9. in der Zwischenzeit die Entenbrüste salzen und pfeffern und mit der Hautseite in eine kalte, beschichtete Pfanne legen. Bei mittlerer Hitze braten, bis das Fett weggeschmolzen und die Haut knusprig gebräunt ist, dann umdrehen, 1 Minute weiterbraten und dann die Pfanne von der Hitze ziehen und einen Deckel aufsetzen – 10 Minuten abstehen lassen
10. die Kartoffeln portionieren und erwärmen, die Rotweinsauce erhitzen und alles auf vorgewärmten Tellern anrichten

Und eine gute Flasche Wein dazu ist auch nicht falsch – bleibt gesund und kommt gut durch diese schwierige Zeit!